Ein Hundeleben #14

Ein Hundeleben #14

Januar 2011

Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung

Februar 2008Als ich gestern Abend vom Bett aus das Zimmer betrachtete, war es ungewöhnlich hell. Obwohl alle Lichter gelöscht waren, hatte man keine Probleme, alles im Zimmer klar und deutlich zu erkennen. Die dichte Schneedecke, die sich am Wochenende aufgebaut hat, und eine geschlossene Wolkendecke sorgten dafür, dass die übliche Beleuchtung der Stadt noch um einiges heller als sonst strahlen konnte.

Aber auch ohne Schnee und Wolken ist der Lichtausstoß selbst einer Kleinstadt wie Eberswalde durchaus beträchtlich. Der Blick auf einen ungetrübten Sternenhimmel fällt dabei immer schwerer. Wobei es hier doch noch um einiges mehr am Firmament zu sehen gibt, als ich es etwa aus Bremen oder Berlin gewohnt war. Auf eine eher besser als schlechter ausgeleuchtete Straße mag man in der Stadt sicher nicht verzichten wollen. Doch freue ich mich trotzdem, dass z.B. die Schaltung der Beleuchtung von nicht ganz so belebten Straßen in der Nacht zunehmend mit neuartigen Techniken wie der Aktivierung per SMS versehen wird.

Mein weihnachtlicher Aufenthalt im Osnabrücker Landkreis, ein sehr ländliches Gebiet, hat mir allerdings auch gezeigt, dass es nicht nur in der Stadt viel künstliches Licht gibt. Mehr und mehr Neubauten scheinen mit aufwendigen Fassadenbeleuchtungen versehen zu werden. Je nach Gebäude wirkt das auch durchaus sehr ansprechend, aber dem Blick auf eine sternenklare Nacht wird das sicher nicht sehr zuträglich sein.

Bleibt zu hoffen, dass man in Zukunft nicht immer nach Portugal fliegen muss, um den Blick auf die Sterne genießen zu können.

Wegelagerer

Wegelagerer

Dass die Biber hier in der Nähe gerne den ein oder anderen Baum zu Fall bringen habe ich ja bereits in mehreren Blog-Posts erwähnt. Bei meinen regelmäßigen Ausflügen in den nahe gelegenen Eberswalder Forst zeigt sich aber auch der Wind als ein fleißiger Gegner der Baumbestände.

Ein Hundeleben #13

1984 ist längst Realität

Mit Schaudern erinnere ich mich an den Deutsch-Unterricht in dem der Roman „1984“ von George Orwell besprochen wurde. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie die dort konstruierte Überwachungsgesellschaft alles negierte was ich jemals von einem  demokratischen Rechtsstaat gelernt hatte und auch in den weiteren Jahren lernen konnte. Eigentlich erschien es mir selbstverständlich, dass ein solch durchdringender Kontrollmechanismus nach der deutsch-deutschen Vereinigung nicht mehr in meiner Lebenswirklichkeit Fuß fassen könnte.

Die letzten Jahre haben mich in der Hinsicht allerdings sehr erschüttert. Momentan findet der 29. Kongress des Chaos Computer Clubs statt. Dort haben ein paar ehemalige Mitarbeiter der Geheimdienstes NSA in den USA davon berichtet, welche umfassenden Überwachungsmaßnahmen dort nach dem 11. September 2001 in Angriff genommen wurden. Überwachungstechniken,  die alles in den Schatten stellen, was jemals in „1984“ vorausgedacht wurde. Und noch erschütternder ist, dass dies nicht nur weit entfernt am am anderen Ende des Atlantiks ausgebaut wird, sondern auch hier, im Herzen Europas.

Auch in Deutschland wird seit Jahren ein Überwachungssystem propagiert, das alles und jeden in den Fokus ständiger Kontrolle und ständiger Überwachung durch Telekommunikationsfirmen setzt. In einer digitalisierten Gesellschaft, die sich durch Facebook mit anderen in Verbindung setzt, die sich durch Google und Youtube informiert und unterhalten lässt und die sich durch Mail und SMS mit Freunden und Verwandten in Verbindung hält wird das Recht auf private Kommunikation und anonyme Willensbildung mehr und mehr mit Füßen getreten.

Denn auch wenn man auf den ersten Anschein hin nichts zu verheimlichen hat, sollte man sich darauf verlassen können, dass Privates privat bleibt und Menschen die Unrecht erfahren haben oder Unrecht benennen können, dies ohne Angst vor staatlicher Verfolgung tun können. Wir alle sind abhängig davon, dass es mutige und manchmal auch selbstlose Menschen gibt, die Korruption und Vetternwirtschaft aufdecken. Die Unrecht, Gewalt, Willkür und jeglicher Form ungerechter Verhaltensweisen entgegentreten.

Doch je mehr unsinnige Überwachungsmaßnahmen für ein vermeintlich ausgebautes Sicherheitsgefühl installiert werden, desto mehr verliert unsere Gesellschaft die Möglichkeit, ihren demokratischen, rechtsstaatlichen Kern zu wahren und den einzelnen Bürger vor ungerechtfertigter Verfolgung oder Beschuldigung zu schützen. Schon seit einigen Jahren sollten wir nicht mehr vor der Entscheidung stehen, welche Überwachungsmaßnahmen weiter nötig sind, sondern auf welche wir verzichten können. Denn nur ein solcher Rückbau an Überwachung kann uns vor einer Schreckensherrschaft, wie sie der Roman „1984“ beschreibt, bewahren.

Musik gesperrt? Nicht bei Beck!

Während in Deutschland gefühlt nur jedes zweite Musikvideo bei Youtube ohne Umgehung einer Blockade abzuspielen ist und erbittert darum gekämpft wird, wer welchen Soundschnipsel des anderen in seiner Musik verwenden darf, hat Beck a.k.a. Beck Hansen sein neuestes Album nur als Notensammlung herausgebracht.

Als Aufforderung selbst kreativ zu werden (sofern man denn halbwegs musikalisch ist), aber natürlich auch mit der Gewissheit, dass etliche gespielte Interpretationen sofort ihren Weg ins Internet finden werden. Und so wurde man auch schon wenige Tage nach Veröffentlichung fündig und trifft sowohl auf rein instrumentale Variationen, als auch auf Amateure mit der Gitarre in der Hand vor der Webcam und auf professionell anmutende Sänger mit Orchesterbegleitung und extra produziertem Video.

Für mich die innovativste Ansage eines Künstlers, seit der Verbreitung von Musik übers Internet!

Hier noch ein kleine Auswahl meiner liebsten Interpretationen: